Vorgeschichte – Gründung des FISAT – Erste Erfolge


Die 80er und 90er Jahre

Industriekletterer nennen sich Seilarbeiter, die in der DDR vom Seil aus an Plattenbauten brüchige Fugen sanierten. Diese staatlich anerkannte Arbeitstechnologie wurde auch als Technosport bezeichnet. Nach 1989 erlebt die Branche einen Boom, der 1994 zu einem vorläufigen Ende kommt. Berufsgenossenschaften verbieten die Arbeit am Seil, machen Baustellen dicht, auf denen Höhenarbeiter tätig sind. Zu diesem Zeitpunkt treffen sich einige Anwender der seilunterstützten Techniken zu einem Strategiegespräch, das mit dem Beschluss zur Gründung eines Fachverbands endet. Sein Ziel soll sein, mit vereinten Kräften und als legitimierter Ansprechpartner die Interessen der Anwender durchzusetzen und das Arbeitsverfahren salonfähig zu machen.


1995

Die Gründungsversammlung findet am 15. Januar 1995 in Wunsiedel (Oberfranken) statt. Die fünfzehn Gründungsmitglieder aus dem Bereich Höhenarbeiten, Bergsport, Höhlenforschung, Höhenrettung, Rigging und Baumpflege geben dem Verband den Namen Fachverband für industriell angewandte Seil- und Anschlagtechnik, kurz FISAT. Der Verein wird beim Amtsgericht Charlottenburg eingetragen, die Geschäftsstelle am Firmensitz des Generalsekretärs installiert.

Zunächst initiiert der FISAT den SachVerständigenRat für Seil- und Sicherungstechniken (SVR), eine Gruppierung von hochrangigen Experten aus Industrie und Wirtschaft, den Unfallversicherungsträgern, den Höhenrettungsgruppen der Feuerwehren, den Höhlenrettungsgruppen, des DAV und dem Ausland. Dieses Gremium erarbeitet die ersten Ausbildungsrichtlinien für seilunterstützte Arbeitsverfahren in Deutschland.

Im selben Jahr erwirkt der heutige Generalsekretär des FISAT, Frank Seltenheim, eine Ausnahmegenehmigung bei den Berufsgenossenschaften, der Reichstag darf mit Höhenarbeitern verhüllt werden. Seltenheim, damals noch kein Mitglied, organisiert daraufhin ein Treffen der Verbandsspitzen des FISAT und des Fachverbands für Spezialbausanierung e.V. (FSBS), der sich mit seilunterstützten Zugangstechniken beschäftigt. Ein Beschluss wird gefasst, dass eine gemeinsame Delegation zum Fachausschuss Bau entsendet wird, um die Erarbeitung von Regelwerken voranzutreiben.


1996

1996 erreicht der Verband die Einrichtung der Arbeitsgruppe „Abseilverfahren” beim Fachausschuss Bau der Bau Berufsgenossenschaft in Hannover. Es dauert 5 Jahre, die der FISAT in endlose Sitzungen und mühevolle Überzeugungsarbeit investiert, bis das Regelwerk BGI 772 verabschiedet wird. Es regelt erstmals verbindlich seilunterstütztes Arbeiten in Deutschland.

Der FISAT führt eine Pilotausbildung für Anwender seilunterstützter Arbeitsverfahren (SZT) durch. Als der Verband sich 2002 von der direkte Ausbildung der Anwender zurückzieht und sich auf das Zertifizieren der Teilnehmer beschränkt, beträgt die Gesamtzahl der Ausgebildeten mehr als 400.

Die Ausbildung übernehmen zukünftig eigenständige Ausbildungsbetriebe bzw. Ausbildungsunternehmen. Die fachlichen Rahmenbedingungen dafür sind klar vom Fachverband definiert. Am Ende jeder Ausbildung steht eine Prüfung durch einen FISAT-Zertifizierer auf der Grundlage der aktuellen Prüfungsordnung des FISAT.

Mehr über die Geschichte lesen (1997-2007).


 
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